Auf den Spuren dieses ältesten Fernwegs kommen Reisende der eng verknüpften wechselvollen Geschichte Dänemarks und Deutschlands sehr nahe. Wiederentdeckt als völkerverbindendes Symbol zwischen Deutschen und Dänen, wurden in den 1990er-Jahren Teile der alten Wegführung rekonstruiert. Auf gut ausgeschilderter Strecke können sich Aktivtouristen auf einem anschaulichen Schnellkurs durch die Geschichte bewegen: Nördlich des Flusses Kongeå markiert ein Gedächtnishain den historischen Grenzverlauf zwischen Deutschem Reich und Dänemark 1864 –1920; im Frøslevlejren tritt jüngste Zeitgeschichte in den noch erhaltenen Baracken vor Augen: Hier wurden 1944 dänische Widerstandskämpfer interniert.
Das das alles unwiderruflich Vergangenheit ist, demonstriert seit nunmehr 35 Jahren auch eine der regionalen Attraktionen. Jeweils am ersten Juniwochenende zieht ein großer Wandermarathon, der Haervejsmarchen, rund 5.000 Begeisterte an. (24.- 25. Juni 2006 - mehr dazu unter
www.haervejsmarchen.dk).
Spurensuche
Sichtbar verweisen die Spuren des Heerweges ins Altertum, an seinen Rändern reihen sich Hünengräber, Runen- und Bautasteine. Vereinzelt markieren noch wikingerzeitliche Radspuren, wie zum Beispiel in Klebæk Høje. Viele der verschiedenen Wegstrecken liefen dort zusammen, wo es Furten oder Brücken gab, offene Holzbrückenkonstruktionen wurden erst in der Wikingerzeit gebaut. Ein Teil der einst 760 Meter langen Ravningbrücke bei Jelling sowie die Immervadbro bei Rødekro und die Povlsbro bei Kliplev sind mittlerweile rekonstruiert und eine Sehenswürdigkeit.
Die Rad- und Wanderstrecken durchziehen die schönsten Landschaften Jütlands – dazu zählen etwa die Hügel von Dollerup, Dollerup Bakker, südlich von Hald Ege mit seinen Hohlwegen im romantischen Wald Langskov. Eingebettet liegt der 30 Meter tiefe Hald Sø mit der Ruine der mittelalterlichen Burg Bispens Hald. Die Randbøl Heide und die Quelle der Gudenå sind nur einige der herrlichen Naturgebiete, an denen der Hærvej vorbeiführt.
Text: Dr. Cornelia Göksu
Praktische Informationen zum Hærvejen:
Vor Einführung der Autos und Eisenbahn führte die nord-südliche Hauptstraße Jütlands entlang der Wasserscheide durch die Halbinsel. Der Hærvej (Der Heerweg = dän.: Hærvejen) bestand damals aus einfachen Kies- oder Hohlwegen. Es gab nicht nur einen Weg – ein Netz von kleineren Wegen bildete zusammen das, was wir heute die Heerwege nennen. Sie wurden von Händlern in Ochsenkarren, Ochsentreibern mit ihren Herden und frommen Pilgern bevölkert. In Kriegszeiten waren sie der natürliche Marschweg des Heeres – daher der Name.
Die Strecke von Viborg bis zur Grenze beträgt circa 250 Kilometer. Es ist ganz individuell, wieviel Sie am Tag schaffen können. Es hängt auch davon ab, wieviele Sehenswürdigkeiten Sie sehen möchten. Für einen Teil der Sehenswürdigkeiten müssen kleine Abstecher von der Route gemacht werden. Normalerweise sollten Sie nicht damit rechnen, mehr als 30-50 Kilometer pro Tag zu schaffen.
Mehr im Internet unter folgenden Adressen:
www.haervej.dk www.haervejsmarchen.dk (Heerwegs-Wandermarathon)
Übernachtung:
Eine Tour entlang des Hærvej kann sich leicht über mehrere Tage hinziehen. In Abständen sind einfache Lagerstätten mit Wasser-, Toiletten- und Lagerfeuergelegenheiten eingerichtet. Nach der Tagestour schmeckt Gegrilltes über einem selbstgebauten Lagerfeuer sehr lecker. Die öffentlichen, einfachen Lagerstätten sind gratis, während die privaten Plätze 15-20 Kronen pro Person kosten. Mehr Informationen über das Übernachten im Freien finden Sie auf www.teltpladser.dk.
Campingplätze sind etwas teurer. Dort gibt es mehr Bequemlichkeiten – und es besteht die Möglichkeit, Hütten zu mieten. Jugendherbergen sind eine komfortablere Übernachtungsform, mit gutem Essen und guten Betten. Denken Sie unbedingt daran, in der Hauptsaison zu reservieren. Auf den Detailkarten unter www.haervej.dk finden Sie alle öffentlichen einfachen Lagerstätten, Campingplätze und Jugendherbergen entlang der Route.
Hotels und Gasthöfe sind komfortable Übernachtungsmöglichkeiten mit gutem Essen und guten Betten. Einige der Gasthöfe sind sehr alt, mit der wohlbewahrten Atmosphäre der Hærvejen-Reisenden. Denken Sie daran, in der Hauptsaison zu reservieren – siehe auch
www.haervejskroer.dk: Niels Bugges Kro, Ravnsbjergvej 69, Dollerup, DK-8800 Viborg, Tel. 00 45 / 86 63 80 11,
www.niels-bugges-kro.dk; Harresø Kro, Hærvejen 147, Givskud, DK-7323 Give, Tel. 00 45 / 75 73 02 11, Fax 75 73 03 97,
www.harresoekro.dk, post@harresoekro.dk; Bække Kro, Søndergade 2, DK-6622 Bække, Tel. 00 45 / 75 38 90 03, Fax 75 38 94 50,
www.baekkekro.com, kroen@baekkenet.dk; Tørning Kro, Hammelev Bygade 63, Hammelev, DK-6500 Vojens, Tel. 00 45 / 74 50 73 03, Fax 74 50 73 49,
www.toerning-kro.dk.
Transport:
Wenn Sie Bus oder Bahn benutzen wollen, um zum Hærvej zu gelangen, können Sie Informationen über Strecken und Abfahrtzeiten auf den folgenden Homepages finden: Viborg Amts Trafikselskab:
www.vaft.dk, Århus Amt veje og trafik:
www.bus-info.dk, Vejle Amts Trafikselskab:
www.vat.dk, Ribe Amts Trafikselskab:
www.rat.ribeamt.dk, Sydbus (Sønderjyllands Amt):
http://www.sydbus.dk Dänische Bahn DSB:
www.dsb.dk.