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Dänemark besitzt eine lange Tradition für herausragendes, hochwertiges Kunsthandwerk. Wer sich damit beschäftigt, dem öffnet sich eine märchenhafte Welt aus Glas, Keramik, Schmuck und Textilkunst – in Museen, Galerien und an vielen anderen Ausstellungsorten überall im Land. Hier ein Überblick über besonders sehenswerte Beispiele.
Dänisches Kunsthandwerk ist eine Klasse für sich. In den vergangenen Jahren hat die edle, echte Handwerkstradition en wahres Comeback als Haute Couture der Designwelt erlebt. Exklusive Unikate geben in den meinungsmachenden Lifestylemagazinen den Ton an. In den Geschäften dagegen ringen hochwertige Luxuswaren um die Aufmerksamkeit der Kunden.
Dazu können Designfans in Museen und Galerien die ganze Bandbreite des im dänischen Kunsthandwerk Möglichen von bekannten Klassikern bis zu den Legenden der Zukunft entdecken.
 Vor allem Kopenhagen bietet Gelegenheit, zwischen einigen der besten Ausstellungsorte des Königreichs zu bummeln. Ganz oben steht dabei ein Besuch im Kunstindustriemuseum in der Bredgade. Das stilreiche Rokokogebäude aus der Feder der Hofbaumeister Niels Eigtved und Lauritz de Thurah beherbergt eine exklusive Kunsthandwerksammlung mit dänischen und internationalen Prachtstücken. Die Dauerausstellung „Über alle Grenzen“ („Over alle grænser“) führt zurück bis in die Zeit der Weltausstellungen Ende des 19. Jahrhunderts. Damals gelang dem dänischen Kunsthandwerk sein internationaler Durchbruch. Der Jugendstil begann seinen Siegeszug. Die Naturschwärmerei und die geschwungenen Ornamente dieses neuen Stils passten perfekt zu den Vorstellungen der dänischen Keramikkünstler. Mit Thorvald Bindesbøll an der Spitze feierten sie die freien künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten: Aus ihrem Ton entsprangen die schönsten Skulpturen, die Flora und Fauna der Natur unter spiegelnden, dicken Glasuren nachahmten. Übrigens kann man eine volkstümliche Variante von Thorvald Bindesbølls Schönheitsvorstellungen auch im Alltag erleben: Sein weltbekanntes Logo der Brauerei Carlsberg stammt aus dem Jahr 1904 und ziert noch heute jede Flasche des beliebten Bieres.
 Wer in Kopenhagen authentisches, originales Kunsthandwerk sucht, sollte die berühmte Einkaufsmeile Strøget verlassen und durch die quirligen Seitenstraßen streifen. Oder, noch besser, das design-verwöhnte In-Viertel Vesterbro besuchen. Hier locken die kleinen, kombinierten Werkstätten, Läden und Galerien zu einem Besuch. Sie bilden die Avantgarde in Sachen maßgeschneiderter Kleidung, Schmuck und Keramik. Doch heute genügt die Funktionalität eines Entwurfs längst nicht mehr – jedes Designstück muss auch eine Geschichte erzählen. Dafür eignet sich Kunsthandwerk ganz besonders mit seiner persönlichen Herstellungsweise, die den jeweiligen, ganz persönlichen Fingerabdruck des Künstlers oder der Künstlerin widerspiegelt. Im Werkstattladen trifft man „seinen“ Designer oder Künstler und erhält die Geschichte zum Lieblingsobjekt beim Kauf gleich mit dazu. Einen Überblick über die Geschäfte von Kunsthandwerkern bietet das Informationszentrum Danish Craft mit seinem landesweiten Guide. Am zentralen Kopenhagener Platz Amagertorv kann man darüber hinaus eine aktuelle Kollektion dänischer Gebrauchskunst von Danish Craft betrachten, ausgewählt von einer wechselnden Fachjury.
Wer wissen will, was in der Keramikszene los ist, muss ohne Frage einen Abstecher zur Galleri Nørby machen. Die Galerie stellt meist die neuesten Hits von der Drehscheibe vor. Sie vertritt bekannte dänische Namen wie Ole Jensen, Anders Ruhwald und Michael Geertsen. Schmuckliebhaber finden neue Schönheiten für ihren Wunschzettel in der schon legendären Galerie Metal. Die kleine Kellergalerie in der Nybrogade am Gammel Strand besteht schon seit 1978 – damit ist sie Dänemarks ältester „Showroom“ für Schmuck und moderne Silberarbeiten. Betrieben wird die Galerie von einer Gruppe jüngerer Schmuckkünstler, darunter anerkannte Namen wie Camilla Prasch, Karina Noyons und Nicolai Appel. Die Ausstellungen brechen mit dem Gewohnten und zeigen anderen Schmuck für Frauen wie Männer aus der ganzen Materialbandbreite von Gold, Silder und Edelsteinen bis hin zu Filz, Gummi oder gar Billardkugeln!
 Inmitten wunderschöner Natur und mit Blick auf den Kleinen Belt liegt in Middelfart Dänemarks Keramikmuseum Grimmerhus – das einzige Spezialmuseum für keramische Kunst in Nordeuropa. Untergebracht ist diese im Schloß Hindsgavl Slot, das Architekt Johan Daniel Herhodt 1857 nach dem Vorbild italienischer Villen aus dem 16. Jahrhundert entworfen hat. Neben Wechselausstellungen beherbergt das Museum auch die größte Privatsammlung mit dänischer Keramik von 1890 bis heute. Hinter den vielen sehenswerten Attraktionen steht der Kunstsammler Erik Veistrup, der sich selbst gern als „Keramikoman" bezeichnet. Draußen werden Besucher von der fast fünf Meter hohen Bildvase des Künstlers Peter Brandes empfangen, die für die Weltausstellung EXPO 92 in Sevilla entstand. Im Skulpturenpark kann man ferner seinen Spaß an zwei Ton-Lehnstühlen im XL-Format haben – oder einfach ein Picknick unter den Bäumen genießen. Design und Gebrauchsdesign vom Feinsten sammelt das Kunstmuseum Trapholt in Kolding. Hier stehen beispielsweise auch Textilien aus Handwerkerhand auf der Einkaufsliste. Darüber hinaus ist das Haus stolz auf eine der landesweit größten Keramiksammlungen. Unter dem Motto „Dänische Keramik“ („Dansk Keramik“) zeigt Trapholt eine lohnende Dauerausstellung. In ihr sind Pioniere wie Thorvald Bindesbøll, J. F. Willumsen, Jais Nielsen und nicht zuletzt der weltbekannte Axel Salto vertreten, dessen organisch-aufstrebende Vasen auf Auktionen hohe Preise erzielen.
 Wenn es um Glas und Glaskunst geht, führt kein Weg an der 700 Jahre alten Handelsstadt Ebeltoft vorbei. Am Strandvejen ist das Glasmuseum – mit der historischen Fregatte Jylland als Nachbar – nicht zu übersehen. Das Museum liegt im früheren Zollamt und wurde kürzlich auf fast 800 Qudratmeter erweitert. Elegant erstreckt sich der Anbau aus weißen Ziegeln und Glas ins Wasser. Die Caféterrasse bietet eine unvergessliche Aussicht über den Holzschiffhafen, den Museumshafen von Ebeltoft. Der ganz große Publikumsmagnet aber ist die Glashütte im Garten des Glasmuseums. Hier können große und kleine Besucher live dabei sein, wenn Glasbläser die glühende, sirupartige Ausgangsmasse in Trinkgläser, Kerzenständer oder Schalen verwandeln, die man – natürlich als frühere Produktion - anschließend im Museumsshop erwerben kann. Nach dem Besuch des Glasmuseums lohnt ein Spaziergang durch Ebeltoft. Wie Perlen an einer Schnur liegen hier zahlreiche kleine Glasgalerien. Auch der Gründer des Glasmuseum, Finn Lynggaard, hat hier ein Atelier und eine Galerie. Vor etwas 30 Jahren experimentierte Finn Lynggaard als erster Däne überhaupt mit Glas als reiner Kunst, als er Scherben und Limonadenflaschen in farbenfrohe Skulpturen verwandelte.
 Ein Besuch auf der dänischen Sonneninsel Bornholm ist auch eine Reise in die Welt des Kunsthandwerks. Das felsige Ostsee-Eiland hat mit seiner faszinierenden Natur und dank des vorhandenen guten Tons immer schon Kunsthandwerker angezogen. Kein Wunder also, dass man heute auf Bornholm in Dänemark die meisten Kunsthandwerker pro Quadratkilometer findet! Neben den vielen offenen Künstlerwerkstätten für Glas, Keramik, Textilien, Holz und Metall zeigt das Ausstellungszentrum Grønbechs Gård in Hasle rund 50 lokale Künstler unter einem Dach. Auch Bornholms Kunstmuseum bei den Helligdomklipperne in Gudhjem besitzt eine einmalige Sammlung zu Kunsthandwerk mit Schwerpunkt Bornholm. Alljährlich sind hier im Juni auch die Abschlussarbeiten von Absolventen der Glas- & Keramikschule aus Nexø zu bewundern. Bornholms Hauptattraktion aber ist sicher die mehrfach preisgekrönte Hjorths Fabrik in der Krystalgade in Rønne. Die einstige Terrakottafabrik aus dem Jahr 1859 beherbergt heute ein Keramikmuseum, einen Shop sowie arbeitende Werkstätten. Auch heute noch stellt man hier herausragende Bornholmer Keramik her, beispielsweise Türschilder oder braune Apothekertöpfe. Das alles natürlich auf die gute, alte und bewährte Art und Weise. Alle
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