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Wo man in Dänemark Geschichte eintauchen kann

Vergangenheit, aber lebendig erzählt und vermittelt – an vielen Orten bietet Dänemark die Möglichkeit, mit allen Sinnen in die heimische Geschichte einzutauchen. Rollenspiele, Theater oder neueste Multimedia-Technologie helfen, das Vergangene hier und jetzt „live“ zu erleben.

Bei der Reise durchs Land begegnet man dänischer Geschichte auf Schritt und Tritt. Historische Innenstädte, alte Burgen oder frühzeitliche Grabhügel, historische Herrenhöfe oder Kirchen sind authentische Zeugen einer wechselhaften Geschichte.
Hintergründe, Fakten und Erläuterungen dazu vermitteln zahlreiche kleine und große Museen. Ein Besuch lohnt – denn große und kleine Neugierige erfahren hier mehr zu allem, was sie wissen wollen. Zu dänischen Königen und Königinnen beispielsweise, zu Kriegen, Frieden und wichtigen Ereignissen. Und natürlich zum Leben der ganz normalen Dänen.

Was Sie in ihrer Urlaubsregion genau erwartet und welches Museum oder welche historische Attraktion Sie auf jeden Fall besuchen sollten, weiß die lokale Touristeninformation vor Ort. Sprache ist dabei kein Hindernis – die meisten Angebote gibt es nicht nur auf Dänisch, sondern auch auf Deutsch oder Englisch.

Im Folgenden einige Beispiele, wo und wie Sie im kleinen Königreich dänische Geschichte lebendig erleben können:


Räuberpistole im Rold Skov: Urlaubsüberraschung der besonderen Art

Gemächlich zieht der Pferdewagen mit seiner fröhlichen Sonntagsgesellschaft durch den frühlingshaften Wald von Rold in Nordjütland - da tauchen plötzlich aus dem Unterholz drei grimmige Räuber auf. Bärtig, mit weiten Filzhüten und großen Beutesäcken in der Hand bedrohen sie die harmlosen Ausflügler und beschlagnahmen als erstes unter wildem Messerschwenken Limonade, Kuchen und andere Wertsachen. Ängstlich ducken sich die Ausgeraubten auf den Boden der Kutsche, ehe die dunklen Gestalten so plötzlich im Wald verschwinden wie sie erschienen sind. Eine Frau aber entführen sie als Geisel ...
Nach etwa 20 Minuten ist die Gefahr dann endgültig vorüber. Woher diese genaue Zeitangabe stammt? Länger dauern Raubüberfälle heutzutage im Rold Skov, so der dänische Name des Gehölzes im jütländischen Himmerland, nie. Schließlich sind sie vom lokalen Touristbüro Rebild-Skørping arrangiert, das professionelle Überfall-Durchführung garantiert. 950 Kronen (130 Euro) kosten die ganzjährig buchbaren „Räuberpistolen“, die individuell gestaltet werden können: So können sich neben den Passagieren einer Pferdekutsche zum Beispiel auch Wanderer ausrauben lassen.
Die Überfall-Events in Rold Skov haben einen historischen Hintergrund. Durch den Wald führte im 19. Jahrhundert die wichtigste Verbindungsstraße zwischen den dänischen Provinzstädten Hobro und Aalborg - ein Nadelöhr, das Räubern genug Gelegenheit zum Zuschlagen bot.
rebild.dk


Sønderborg: Gespenstertouren für Nachteulen
 
Groß, dunkel und abweisend erscheint das Schloss der südjütländischen Stadt Sønderborg nächtlichen Passanten. Tatsächlich erzählt man sich haarsträubende Geschichten, die sich einst in dieser mittelalterlichen Residenz ereignet haben sollen … Noch heute finden im Juni, Juli und August in den späten aufregende Abendstunden „Gespenstertouren“ durch Schloss Sønderborg statt. Am vereinbarten Treffpunkt erwarten den Besucher Punkt 22 Uhr Mönche in alten Kutten zu einem laaaangen Rundgang durchs Schloss. Dabei passieren immer wieder unheimliche Dinge … – Schreie ertönen, schlurfende Fußstapfen erklingen. Es spukt … !
Derweil wissen die Mönche von Verstorbenen zu berichten, die nachts im Schloss umherwandeln. Zum Beispiel Herzog Hans, ein übler Bursche, der mehrere Menschenleben auf seinem Gewissen hat – und sich selbst vor dem Tod fürchtete. Das Gefängnisloch, in das Hans seine Feinde werfen ließ, sieht man heute noch.
Auch die Geschichte von Königin Dorothea gehört zu den Gespenstergeschichten. Erst nach zehn Jahren im Schloss Sønderborg fand ihre einbalsamierte Leiche die letzte Ruhe. Vermutlich kehrt sie darum immer noch regelmäßig wieder …
Von diesen und anderen Dingen erfahren Teilnehmer des Gespensterrundgangs durch Schloss Sønderborg. Ein Besuch des Schlosses lohnt sich übrigens auch am Tage: Denn das im 12. Jahrhundert erbaute Schloss ist heute ein Museum u.a. zur Geschichte Südjütlands vom Mittelalter bis heute.

Lesen Sie mehr unter visitsonderborg.com


Stadtmuseum bietet "Audiowalks" mit MP3-Player
durch Kopenhagens neuen In-Stadtteil Vesterbro

 
Besucher der dänischen Hauptstadt können jetzt Kopenhagens neuen Trend-Stadtteil Vesterbro von einer ganz persönlichen Seite zu entdecken. Das Kopenhagener Stadtmuseum (Københavns Bymuseum) bietet eine neue Art des Stadtrundgangs an – den so genannten Audiowalk. Insgesamt sechs junge dänische Autoren und Künstler nehmen ihre Gäste beim „Hör-Rundgang“ in englischer Sprache mit zu ungewöhnlichen Spaziergängen durch Vesterbros Straßen, Gassen, Hinterhöfe und Plätze.
So präsentiert sich Vesterbro, das sich in den vergangenen Jahren vom Arbeiter- und Underground- zum angesagten Wohn-, Shopping- und Ausgeh-Viertel gewandelt hat, von einer ganz persönlichen Seite. „Stadtführer“ ist dabei ein kleiner MP3-Player mit Kopfhörer. Großstadt-Wanderer haben die Wahl zwischen Hintergrundgeschichten von heute oder gestern: So können Neugierige den Spuren eines neu aus der jütländischen Provinz in die quirlige Metropole Gezogenen folgen. Oder in die Zeiten zurückblicken, als die Großmutter des Erzählers an der Straße Vesterbrogade einen Friseursalon betrieb.
Die Audio-Rundgänge haben eine Länge zwischen 16 und 38 Minuten. Die MP3-Player können ganzjährig gegen Vorlage eines Ausweises im Kopenhagener Stadtmuseum geliehen werden, stehen aber auch zum kostenlosen Download bereit: flamingoeffekten.dk
Die Ausleihe ist im Eintrittspreis von 20 Kronen (drei Euro) inbegriffen. bymuseum.dk


Raus auf See – so wie die Wikinger!

Dänen stammen von den Wikingern ab. Die wagten sich schon vor 1000 Jahren auf unbekannte Meere und entdeckten so England, Island, ja vielleicht sogar Amerika.
Wie es ist, mit einem echten Wikingerschiff hinaus zu fahren, kann man heute selbst erleben. Wo? Auf dem Roskilde Fjord. Das bekannte Wikingerschiffsmuseum von Roskilde bietet nämlich im Sommer mehrmals täglich Ausfahrten für die ganze Familie an. Start ist am Museumshafen. An Bord ist Platz für zwölf bis 18 Gäste. Ein kundiger „Wikinger“- Kapitän garantiert, dass alle Teilnehmer nach dem 50-minütigen Törn wieder sicher an Land kommen. Unter dem Kommando des Skippers müssen unterwegs alle mit anpacken. Anfangs nicht ganz einfach, doch schnell geht alles wie selbstverständlich von Hand. Und das Rudern macht Spaß: Dass Wikingerschiffe so schnell sein können …
Nach rund einer halben Ruder-Stunde geht es zurück, um dann unter vollen Segeln neu zu starten.
Richtig abgerundet wird der Erlebnistörn von einem Besuch im Wikingerschiffsmuseum. Hier sind historische Wikingerschiffe, die im Fjord gefunden wurden, Nachbauten, Werkstätten, Ausstellungen und vieles mehr zu sehen.

Lesen Sie mehr unter vikingeskibsmuseet.dk
Mehr zu Wikingererlebnissen in Dänemark: Dänische Wikinger


Mit dem „heimlichen Theater“ durchs grausame Aalborg

So gut waren die guten alten Zeiten eigentlich nicht. Jedenfalls nicht für die Armen. Das gilt auch fürs nordjütländische Aalborg. Gewalt und Branntwein, Unzucht und Hexenverbrennungen waren für Aalborgs Einwohner vor 400 Jahren Alltag.
In diese dunkle Vergangenheit entführt die semiprofessionelle Aalborger Theatergruppe ”Det Hem’lige Teater” (Das heimliche Theater) ihre Besucher mit einer spannenden Mischung aus Tatsachen, Erzählungen und Theater.

Die Rundgänge unter dem Motto „Horrible Aalborg” finden im Juni, Juli und August statt. Dauer ist rund eine Stunde. Dabei begleitet ein Schauspieler die Teilnehmer durch den Tumult in den Straßen der Limfjordstadt. Am Rand treten immer wieder drei bis vier Akteure der Theatergruppe auf. Ein realistisches Rollenspiel lässt die historischen Ereignisse lebendig werden. Darum sollte jeder Teilnehmer beim Gang durch die Stadt auf „unwiderstehliche“ Angeboten ebenso vorbereitet sein wie auf das strenge Auge der Oberen.

Lesen Sie mehr unter hemli.dk (auf Dänisch) und visitaalborg.com


Und die Geschichte geht weiter ...

Neben den erwähnten Beispielen für lebendige Geschichte lässt sich Dänemarks Vergangenheit bei zahlreichen anderen Gelegenheiten erfahren. Dazu gehören:

* Tordenskjold-Tage in Frederikshavn, mehr unter tordenskiold.dk
* Lebendige Wikingerzeit in Ribe, mehr unter Ribewikinger
* Abenteuernacht auf Schloss Claushom südlich von Randers, mehr unter clausholm.dk
* Gespensterrundgänge im ”heimgesuchten” Kopenhagen, mehr unter ghosttour.dk
* Historischer Rundgang durch Viborg – mit einem richtigen ”König” als Begleiter, mehr unter viborg.dk
* Rundgänge auf Hans Christian Andersens Spuren in Odense, mehr unter visitodense.com

Lesen Sie hier mehr über Hans Christian Andersen
Hans Christian Andersen

Natürlich gibt es im ganzen Land noch viele weitere Angebote oder Veranstaltungen mit geschichtlichem Schwerpunkt. Fragen Sie dazu am besten die örtliche Touristeninformation. Oder besuchen Sie die Homepage der Touristenbüros Ihrer Lieblings-Urlaubsregion. Hier können Sie nach Touristeninformationen in Dänemark suchen: Touristbüros




Mittwoch, Juli 18 2007